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Der Amur-Leopard (Panthera Pardus Orientalis) - Eine Einführung Eingehend sei geschrieben,
daß ich versuchen werde auf die Bezeichnungen ‘Raubtier’ oder
‘Raubkatze’ zu verzichten, um ein Werturteil zu vermeiden und ich halte es
somit wie Prof. Dr. B. Grzimek. Der Amur Leopard ist eine der ca. 27-31 Unterarten der Leopardenfamilie. Somit gehört er zur Kategorie der Carnivora und zur Überfamilie der Felidae mit der Unterfamilie Pantherinae.
Er ist gleichzeitig die am
nördlichsten vorkommende Leopardenart. Die gefleckten Großkatzen haben
allgemein das größte Verbreitungsgebiet und sie gelten als anpassungsfähigste
Wildkatzen überhaupt mit Lebensraum in Afrika, weite Teile Asiens, wie der
Nordosten Russlands, Indien, Naher und Ferner Osten, in der Himalaya-Region,
Indonesien und Kirgistan mit seinem ‚Geist der Berge’, dem Schneeleoparden. Sie sind die kleinsten der
vier Großkatzenarten unter Tiger, Löwe und Jaguar. Als geschickter Kletterer,
wie alle Katzen, bevorzugt er Bäume und kann ebenfalls wie andere Großkatzen
kopfüber den Baum verlassen. Auch wenn der Amur-Leopard
bisher wenig erforscht ist und es über ihn kaum Informationen gibt, so sind
doch zumindest ein paar Daten bekannt. Sein größerer Körperbau
unterscheidet ihn von den anderen Leopardenunterarten. Eine russische Forscherin
fand heraus, daß der Amur-Leopard eine vollständig eigenständige Unterart ist
und sich genetisch am weitesten von seinem afrikanischen Verwandten, welcher als
Ursprung aller Leoparden gilt, entfernt hat. Die Fellzeichnung der
Amur-Leoparden zeigt eine hohe Divergenz mit einem blassen Cremeton vor allen
Dingen im Winter und einer weit auseinander liegenden Rosettenzeichnung,
bestehend aus dicken ungebrochenen Ringen in Kombination mit schwarzen runden
Markierungen an Kopf, Hals und Beinen. Die Länge des Fells
variiert zwischen ca. 2.5cm im Sommer und 7.5cm im Winter. Seine Lebenserwartung liegt
in der Freiheit bei 10-15 Jahren, in der Gefangenschaft bei bis zu 20 Jahren, ältere
Tiere sind bekannt.
Als typischer
Katzen-Einzelgänger bewohnt jeder Leopard ein Territorium, welches er sein
Eigen nennt und verteidigt. Eindringlinge sind nicht erwünscht und es kann zu Kämpfen
zwischen männlichen Tieren kommen. Üblicherweise wird ein größeres
Kater-Gebiet von mehreren kleineren Katzen-Gebieten überschnitten. Die weiblichen Tiere
verhalten sich hingegen nicht so intolerant und das Dulden ihrer Kinder in dem
eigenen Territorium ist etwas eigentlich Untypisches für Großkatzen. Anders als ihre
afrikanischen und indischen Verwandten, welche sich das ganze Jahr über paaren,
fällt die Paarungszeit der Amur-Leoparden auf die Monate Januar und Februar.
Nach einer Tragzeit von 90-105 Tagen, gebären die Leopardinnen ein bis sechs
Junge, wobei Zwillingsgeburten die Regel sind und mehr als drei Kitten die
absolute Ausnahme. Die Jungen werden drei
Monate gesäugt und bleiben für etwa zwei Jahre bei der Mutter, bevor sie völlig
selbstständig sind. Der Leopard ist dämmerungsaktiv
und geht bis in die Nacht hinein auf Jagd. Leoparden-Jungtiere
beginnen in etwa mit 5 Monaten kleine Beutetiere zu schlagen. Mit seinem kraftvollen
Kiefer zerquetscht er die Kehle seiner Beute oder er erstickt sie, anstatt ihr
das Genick zu brechen. Leoparden haben
unterschiedliche Jagdtechniken entwickelt. Hierzu gehören das Anschleichen mit
anschließendem Anspringen und Schlagen der Beutetiere, sowie das schlichte auf
der Lauer liegen, bis sich eine geeignete Mahlzeit nähert. All diese Techniken sind
energiesparend und erlauben es der Katze, die, bis zu dem
Dreifachen des eigenen Körpergewichtes, schwere Beute an geeignete Plätze
zu transportieren. Hat er sich satt gefressen, werden die Reste versteckt und
bei Bedarf wieder aufgesucht. Hierzu muß man sagen, daß
der Amur-Leopard nicht mit Problemen der schnellen Beuteverwesung zu kämpfen
hat, da die niedrigen Temperaturen, ganz besonders natürlich im Winter, das
Fressen konservieren. Zu der bevorzugten Beute
des Amur-Leoparden gehören Sika-Hirsche, Rehwild, sowie kleinere Säugetiere
wie Hasen und Dachse.
War er früher in weiten
Teilen Nordostchinas (Mandschurei), sowie im gesamten Süden der russischen
Provinz Primorje und der koreanischen Halbinsel zu finden, erstreckt sich sein
heutiger Lebensraum nur noch auf kleinere Gebiete im Dreiländereck
Russland-China-Nordkorea. Das Verbreitungsgebiet wird auf 10000-15000
Quadratkilometer geschätzt. Außerdem standen die
Katzen früher mit anderen Leopardenvorkommen in Südostasien in Verbindung,
jedoch durch die fortschreitende Zerstörung ihres Lebensraumes leben sie heute
teilweise isoliert. Die Population der noch in
Wildnis lebenden Tiere hat einen Bestand von nur noch 25-34 Tieren. Diese Zahl
basiert auf jüngsten Zählungen aus dem 1. Quartal 2007 und der Bestand ist
somit seit 2003 fast unverändert, was kein gutes Zeichen für den Artenschutz
bedeutet, da es deutlich macht, daß sich der Bestand wenig bis gar nicht
erholt. In Zoos in Russland und
Europa leben derzeit ca. 208 Tiere, welche Teil des EEP-Programms (Europäisches
Erhaltungszuchtprogramm) sind, welches von den Zoos in London und Moskau
koordiniert wird. Des Weiteren sank die
durchschnittliche Überlebensrate Jungleoparden pro Weibchen von 1.9 im Jahr
1973 auf 1.0 im Jahr 1991, d.h. die Anzahl der Jungtiere pro Weibchen hat sich
bereits halbiert, basierend auf Untersuchungen der russischen Forscher Dmitri
Pikunov und Viktor Korkishko (vormaliger Direktor des Naturschutzgebietes
Kedrovaya Pad). Es gibt Vermutungen, daß Schwächungen der Jungtiere bereits
auf Inzucht zurückzuführen sind. Paarungen zwischen Vater
und Tochter wurden bereits beobachtet. Solche Paarungen könnten längerfristig
zu genetischen Problemen führen. Die Rote Liste der
Weltnaturschutzunion führt die gefleckte Großkatze als vom Aussterben bedroht
und in der Europäischen Union besitzt der Amur-Leopard den höchsten
Schutzstatus. Des Weiteren ist er gemäß des Washingtoner Artenschutzübereinkommens
vom internationalen kommerziellen Handel ausgeschlossen. |
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